Die Lüchsin 

Rezensionen

Rezension am 11.03.2018 auf dem Literaturblog „SchizotheKare“: „Die Lüchsin“

https://schizothekare.wordpress.com/2018/03/11/ruprecht-guenther-die-luechsin/

 

Man stelle sich vor man lebt in einer Ära des Elitarismus. Staaten wie wir sie kennen, existieren nicht mehr. Die Regierungen wurden zerstört und es herrscht ein Kreis von Wenigen, die die Geschicke Europas lenken.

Die im Übrigen auch niemand so wirklich kennt und greifen kann.

Weiterhin stelle man sich vor, dass das Äußern von Kritik dazu führen kann, dass sein Leben zerstört wird und man den Boden unter den Füßen verliert.

Furchtbare Vorstellung. Hatten wir ja leider in der Vergangenheit schon mal. Hier geht es aber auch so weit, dass die Leute auf besondere Art und Weise verschwinden…ihnen wird das Gedächtnis gelöscht und sie vegetieren unter den Augen des Staates weiter vor sich hin.

 

Intelligenz und Talent werden in einem beunruhigendem Maß gefördert und Kinder erfahren in den Institutionen, welche sie durchlaufen müssen, eine erschreckende Indoktrinierung.

Sie durchlaufen einen Test und landen abgeschottet auf der „Insel“. Nur die Personen, die es dorthin schaffen, haben auch ein gutes Leben nach dem Abschluss und können in der Gesellschaft was werden.

 

Wenn man sich also all das vorgestellt hat, ist man mittendrin in Ruprecht Günthers Gesellschaftsutopie „Die Lüchsin“.

Utopie würde ich das Ganze aber nun wirklich nicht nennen, liebe Apos. Dystopie trifft es wohl eindeutig besser.

Ich denke, darüber kann man sich vortrefflich streiten. Nur leider würde das hier den Rahmen sprengen. Einigen wir uns doch auf eine Dutopie!

Wie gesagt, die Menschen, die ganz normal sind, bleiben auf der Strecke. So auch unsere genial gezeichneten Charaktere in der Geschichte. Klumpe, Klotze, Keule und Kalle leben nach einigen Schicksalsschlägen auf der Straße. Niemand kümmert sich um sie und dennoch sind sie zufrieden mit ihrem Dasein. Der einzige Lichtblick ist ihr Sozialarbeiter und die Abenteuer, die sie erleben. Unter anderem das Auffinden einer „Lüchsin“

Auch genannt Lu. Ein Genexperiment aus Mensch und Luchs wird von den Freunden eines Nachts nicht weit entfernt vom zerbombten Bundestag gefunden. Die Rettung, der Verbleib und die Zukunft dieses einzigartigen Geschöpfes fesselt den Leser und treibt ihn von einer Seite zur nächsten.

Dieses Buch hat uns wirklich umgehauen. So wirklich wussten wir gar nicht was uns erwartet. Aber, dass was wir erleben durften war einfach ein absolutes Highlight. Man erlebt nicht nur eine Episode der Protagonisten.

Kurz sei hier noch dazwischen geworfen, dass die Perspektive zwischen den verschiedenen Figuren wechselt und die Geschichte so noch plastischer und vielschichtiger wird.

Auch erfährt man um die Hintergründe des Staates und der wissenschaftliche Aspekt kommt ebenfalls nicht zu kurz.

Alles in Allem wird man von Beginn an in eine Geschichte geworfen, die einen nicht mehr loslässt und deren Auflösung ein fulminantes Ende bereithält.

Genau das ist es, was wir von einem guten Werk erwarten.