Ungewöhnlich, exotisch, spannend. Exkommissar João Almeda ist eine brasilianische Version des gebrochenen Helden, wie wir sie aus den Romanen von Raymond Chandler oder Dashiell Hammett kennen.

Der Candomblé ist eine afro-brasilianische Religion und hat seine eigentliche Wiege in Westafrika. Im Candomblé wird zwischen den Menschen und den Göttern – Orixás – eine direkte Verbindung hergestellt. Seinen Einzug hat der Candomblé über die Verschleppung der afrikanischen Sklaven nach Brasilien gefunden. Viele erreichten das Land über die Küstenstadt Salvador da Bahia, in der auch der Roman spielt.

Im Zeichen der Götter
Gebundene Ausgabe: 340 Seiten
Autor: Ruprecht Günther
Verlag: SALON LiteraturVerlag (1. März 2015)
ISBN-10: 3939321621 ISBN-13: 978-3939321620
Seitenzahl: 340
Produktform: Hardcover/gebunden
Sprache: Deutsch

Rezensionen

„Literatur ist oftmals ein Weg, ein fremdes Land oder eine fremde Kultur kennenzulernen. Ein richtig guter Weg, um Brasilien, und vor allem die Region und Kultur um die Hafenstadt Salvador da Bahia kennenzulernen, ist der Roman „Im Zeichen der Götter“ von Ruprecht Günther. Erschienen im Münchener Salon LiteraturVerlag fesselt die Geschichte um einen pfiffigen und sympathischen Ex-Kommissar von der ersten Seite an durch eine gut durchdachte Handlung, realistische Charaktere und eine authentische Beschreibung des Ortes, an dem die kriminelle Handlung spielt, nämlich die Gassen, Straßen, Favelas und Kultstätten der brasilianischen Küstenstadt Salvador da Bahia. So kommt man als Leser gleich unmittelbar hinein in das Geschehen, das erfrischenderweise weder blutrünstig noch banal ist, sondern geheimnisvoll, verworren und mit einer gehörigen Prise Mystik und Exotik. Denn was für den Ex-Kommissar Almeida als unspektakulärer Beschattungsauftrag beginnt, endet in einem gefährlichen Geflecht aus Bandenkrieg, Privatfehden, Liebe, Eifersucht und dem geheimnisvollen Kosmos der Naturreligion des Candomblé…

Mit fast schon überschwänglicher Begeisterung, aber dennoch mit Feingefühl und viel literarischem Einfühlungsvermögen und Gespür für Situationen und Spannungsbögen, erzählt Ruprecht Günther eine ungewöhnliche Geschichte zwischen Religion und Kriminalität, zwischen Tradition und Moderne. Der ganze Roman ist spannend geschrieben und leicht zu lesen, trotz mancher Zeitsprünge und einem hochkomplexen Fall. Doch mehr noch als der Kminalroman als solcher, vermag das Buch den Leser mit seiner tiefgehenden und realistischen Beschreibung der Stadt Salvador da Bahia und ihrer Menschen in den Bann ziehen. Hier ergibt sich Ruprecht Günther seiner eigentlichen Bestimmung, und er lässt den Leser unverblümt an den selbst erfahrenen Eindrücken und Erlebnissen in seiner Wahlheimat teilhaben.

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